BASTARD ASS ( I ) FROM HELL
von Florian Schiel
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T e i l 16 |
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B.A.f.H.
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Mißmutig stochere ich mit dem Mauszeiger zwischen meinen Windows herum. Frau Bezelmann hat soeben 'Alarm gelb' ausgelöst. (Das macht sie übrigens folgendermaßen: sie schickt ihren Raben Nero, der nebenbei bemerkt nicht
fliegen kann, zu Fuß mit einer entsprechend gefärbten Karte im Schnabel durch alle Gänge. Jedenfalls kam vorhin der verd..... Vogel mit einer gelben Karte im Schnabel vorbei. Und das früh am morgen! Gelber Alarm bedeutet: Der Chef hat wieder mal ein unsinniges Drittmittel-Projekt an Land gezogen und überlegt jetzt, welchem Assistenten er es aufs Auge drücken könnte. Bald darauf klingelt das Telefon. Auf dem ISDN-Display erkenne ich die Nummer des Sekretariats. Ich hebe ab (sic!).
"Bezelmann hier. Der Chef hat einige Leute von der Firma ****** für heute nachmittag um 14:00 Uhr eingeladen und möchte, daß Sie auch dazustoßen." Sch....! Das bedeutet, daß der Chef mich bereits in die nähere Auswahl genommen hat. Ich durchforste mein Gehirn nach einer geeigneten Ausrede, aber wie immer, wenn ich mit Frau Bezelmann spreche, fällt mir nichts Gescheites ein. Kurz vor zwei klopft es energisch an meine Tür. Bevor ich noch rufen kann, daß hier ein wichtiger
Versuch läuft, wird die Tür aufgerissen und wieder geschlossen.
Der Mensch ist etwa 1,60 groß, vollkommen kahl mit einer Glatze, in der sich die Neonlampen spiegeln, etwas korpulent. Bekleidet ist er mit einen großkarierten Sherlock-Holmes-Jackett und weißen Hosen, die auf kanariengelben, glänzenden Schuhen mit fünf Zentimeter hohen Plateau-Sohlen aufstehen. Auf die Inhalte und Farben seiner extrem breiten Krawatte möchte ich zum Schutze zartbesaiteter Leser und Leserinnen lieber nicht näher eingehen. Locker um den Hals gelegt trägt der Mensch mindestens 15 Pappnasen in verschiedenen Farben und Formen, während er in der anderen freien Hand eine silberne Spielzeugtrompete schwenkt. Bevor ich auch nur 'Piep' sagen kann, quäkt er einmal kurz auf der silbernen Trompete, brüllt:
"Hatte ich zufällig bei mir, hahaha. Können Sie ruhig behalten. War lange nicht mehr hier, wie? Aber dafür habe ich diesmal auch ganz besonders feine Sachen für Sie dabei..." Flink wie ein Wiesel öffnet er den riesigen Koffer und verteilt ein halbes Dutzend grellbunter Plastikbälle
in meinem Büro. Danach setzt er zwei hüpfende Frösche und einen mittelgroßen Panzer aus grauem
Kunststoff in Gang, der heulend auf mich zusteuert, während kleine Funken aus der Mündung der sich wild
drehenden Kanone sprühen. Herr Katzenschwanz eilt mir sofort zu Hilfe, und wir schaffen es, das Regal wieder in eine einigermaßen
stabile Position zu biegen. Die ganze Zeit über quasselt der Mann ununterbrochen. Herr Katzenschwanz ist untröstlich und beteuert ein ums andere Mal , wie peinlich ihm das Ganze doch sei, usw. usw.
Ausgerechnet heute haben wir Besuch von mehreren Managern, die an einem Seminar teilnehmen wollen. Und wissen Sie, was das Thema des Seminars ist?" Herr Katzenschwanz weiß es nicht und ist ganz Ohr, während er gleichzeitig versucht, die Frösche einzufangen.
Kinderspielzeug als Werbegeschenke, das wäre doch was für Sie. Da können Sie auf einen Schlag über 10.000 Panzer abschließen." Katzenschwanz bekommt etwas glasige Augen und stimmt mir eifrig zu.
Katzenschwanz ist mit allen Bedingungen einverstanden. Ein dünner Speichelfaden zieht sich aus seinem linken Mundwinkel nach unten. Ich führe ihn mitsamt seinem Koffer über den Gang bis zum Konferenzraum. Kurzes Lauschen an der Türfüllung.Ja, der Chef monologisiert gerade salbungsvoll zu den potentiellen Drittmittelgeldgebern.
Dann schließe ich die Türe mit meinen nachgemachten Generalsschlüssel ab, eile zur anderen Türe und mache dort das Gleiche. Später am nachmittag kommt Frau Bezelmann in mein Büro. Ihre Mundwinkel zucken hämisch, als sie
mir wortlos einen Akt auf den Tisch legt. ERLEDIGT steht in großen roten Buchstaben quer über die erste
Seite geschrieben.
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