BASTARD ASS ( I ) FROM HELL
von Florian Schiel
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T e i l 4 |
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B.A.f.H.
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Ich frisiere gerade die Ergebnisse der Zwischenprüfung, damit die Punkteverteilung exakt einer Gaußglocke
gleicht, als das Telefon läutet. Inzwischen hat der Anrufer aufgegeben und die schwierige Entscheidung hat sich erledigt. Fünf Minuten später läutet es wieder. Ich stehe seufzend auf und hebe ab.
Niemand antwortet. Das habe ich gern! Ich will gerade auflegen, als ein kreischendes Quietschen mein Trommelfell
zerreißt. Ein Faxgerät! Seit ein paar Wochen schon terrorisiert irgendjemand den BAFH mit sinnlosen periodischen Faxanrufen. Wahrscheinlich hat der hirnlose Typ sein Faxgerät mit falschen Nummern gefüttert und ist zu blöd zu merken, daß sich das Fax nicht senden läßt. Und sein ebenso blödes Faxgerät versucht es alle fünf Minuten aufs Neue - bis ich vor Wut die Wände hochgehe. Jetzt! Es läutet wieder. Mein Fax spuckt das erste Blatt aus. Oben in der Kopfzeile ist die Faxnummer des Absenders angegeben. Perfekt! Ich besorge mir vier dunkelblaue Tonpapiere und klebe sie zu einem langen Band zusammen. Dann füttere ich das dunkle Papierband in mein Fax und wähle die Faxnummer des Hirnlosen. Als das Papier auf der anderen Seite herauskommt, klebe ich es mit Tesaband am Ende fest, so daß eine geschlossene Schleife entsteht. Dann hole ich mir einen Kaffee, setze mich gemütlich hin und beobachte zufrieden, wie nach und nach mehrere Kilometer schwarzes Papier übertragen werden. Das wird ihnen eine Lehre sein! Während die Telekom und Faxpapierindustrie noch glänzende Geschäfte machen, wende ich wieder
meiner eigentlichen Aufgabe heute zu. Die Notenverteilung schaut immer noch nicht nach Gauß aus. Inzwischen wurde die Faxverbindung dreimal unterbrochen - wahrscheinlich hat der Empfänger aus Verzweiflung den Strom ausgeschaltet - und ich habe ihn dreimal erneut angewählt. Nach meiner Rechnung ist mindestens eine Rolle Faxpapier bereits schwarz. Also lasse ich Gnade vor Recht ergehen und bringe das Faxgerät zurück ins Sekretariat. Die Sekretärinnen sind mittlererweile wieder zurück und bejammern lauthals den Verlust ihres Faxgeräts. Als ich es nonchalant auf den Tisch fallen lasse, starren mich beide fassungslos an. Ich starre ohne zu blinzeln zurück, bis beide wegschauen müssen. Die Ausgabe für die gelb gefärbten Kontaktlinsen mit den senkrechten Pupillenschlitzen hat sich gelohnt. Keine wagt etwas zu sagen. Sie wissen, daß sie gegen den BAFH keine Chance haben! Beschwingt schlendere ich in mein Büro zurück. Unterwegs begegnet mir eine reichlich aufgedonnerte Lady mit Schoßhund, Typ indische Strandratte, auf dem Arm und geschwungener, mit Glitzersteinen besetzter Schmetterlingsbrille. Sie reckt sich immer kurzsichtig zu dem Namensschild neben einer Bürotür, bevor sie kopfschüttelnd zum nächsten trippelt.
Die Strandratte wittert in meine Richtung, dann knurrt sie leise und drohend. Hunde haben eben einen guten Instinkt, das muß man ihnen lassen - auch wenn ich persönlich aus irgendwelchen Gründen Katzen vorziehe. Besonders schwarze.
"Können Sie mir wohl sagen, wo ich das Zimmer von Herrn Dr. Oberschlau finde?" fragt sie und lächelt mich mit zwei Pfund Lippenstift vertrauensvoll an. Ich gucke auf die Strandratte in ihrem Arm. Die versucht, sich in der Armbeuge zu verstecken, und beginnt leise zu winseln.
Die Lady bedankt sich strahlend und stöckelt in der angegebenen Richtung davon. Ich warte und überlege. Habe ich jetzt 'linke' oder 'rechte' Türe gesagt? Man kann sich so leicht vertun! Links, gegenüber von Oberschlau, residiert nämlich der Hausmeister und der besitzt eine ziemlich unangenehme... Aufruhr am Ende des Flures! Das tiefe kehlige Bellen der bissigen Hausmeisterdogge erschüttert die umliegenden Flure. Dazwischen hört man schwach die verzweifelten Hilferufe der aufgedonnerten Tussi und das quietschende Jaulen der Strandratte. Was bin ich nur für ein Schussel! |