BASTARD ASS ( I ) FROM HELL
von Florian Schiel
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T e i l 8 |
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B.A.f.H.
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Nach kurzem Heimaturlaub kehre ich erholt und voller Tatendrang an meinen Schreibtisch zurück. Als erstes öffne ich alle Fenster, damit sich der Schwefelgeruch aus meinen Kleidern besser verflüchtigt. Kaum habe ich mich hingesetzt, läutet zur Begrüßung das Telefon. Es ist der Chef.
Ich rufe mein hübsches kleines Programm gen_rep auf, und eine Maske erscheint am Bildschirm. Ich trage
Titel, Sprache, ungefähres Fachgebiet, Anzahl der Seiten und vor allem die Dateien aller bereits für
dieses Projekt geschriebenen Berichte (natürlich auch die der anderen Projektpartner!) in die Maske ein, klicke
noch den Button 'Final Report' und starte den Generator. Nach nur 30 Sekunden kommt der Abschlußbericht fix
und fertig aus dem Laserdrucker. Ich bringe den Bericht gleich ins Sekretariat und gebe ihn der BSFH. Nach dieser morgendlichen Anstrengung fahre ich die Schutzschilde hoch und entspanne ich mich bei einer halben Stunde DooM, bis jemand es wagt, trotz des Schutzschilds an meine Tür zu klopfen. Ich wechsle in das 'Working Window', grabsche mir eine handvoll Meßstrippen und rufe
Yogi Flop steht in der Tür. Ich lasse die Meßstrippen wieder fallen. Yogi Flop heißt eigentlich Gustav Vorderbauer und stammt aus dem tiefsten Chiemgau. Ursprünglich
sollte er bei uns eine Arbeit über die Auswirkungen des Tunneleffekts bei sehr kurzen Adressleitungen in Speicherchips
erstellen. Bei seiner intensiven Beschäftigung mit der Quantenmechanik muß er dann irgendwie in die
Techno-Esoterik abgeglitten sein - vielleicht standen auch in der Bibliothek nur ein paar Bücher an der falschen
Stelle. Gustav verbrachte Wochen im Labor vor der Wilsonschen Nebelkammer und konzentrierte sich auf die einströmenden Elementarteilchen. Er wollte sie dazu bewegen, nur noch in einer Richtung zu fliegen. Natürlich lehnten es die ungebildeten Elementarteilchen ab, sich in irgendeiner Weise beeinflußen zu lassen - obwohl Gustav nebenher intensiv Yoga und autogenes Training studierte, um ihnen mit seinen geistigen Kräften auf die Sprünge zu helfen. Es war der reinste Megaflop, also gaben wir ihm schließlich den Spitznamen Yogi Flop. Der arme Kerl hatte eben keine Ahnung, daß die ganze Sch.... mit der Quantenmechanik nichts anderes ist als ein perfider übler Scherz aus der obersten Etage.
"Nein, aber ich bin sicher, daß ich es gleich wissen werde", sage ich überzeugt. "Im fünften Geheimbuch der Kabbala steht, daß manche Meister es vermochten, mittels bestimmter Körperbewegungen die Materie selbst zu beeinflussen!" Ich nicke beruhigend und weiche etwas weiter ins Zimmer zurück, um seiner feuchten Aussprache mehr Raum zu geben.
Ohne meinen Einwurf zu beachten, fährt Yogi Flop begeistert fort: "Stellen Sie sich das nur vor: Anstatt zu programmieren werden wir in Zukunft die Programme nur noch denken und sie materialisieren in Form von Bits und Bytes in den Speicherchips!" Ich seufze.
Yogi Flop schaut mich unsicher an, dann blickt er sich suchend in meinem Büro um.
Ich nicke zustimmend und weiche noch weiter zurück; diesmal damit er mir bei seinem wilden Schattenboxen
nicht aus Versehen ins Gesicht langt.
Yogi Flop verharrt unsicher wackelnd auf einem Bein und schaut mich über die Schulter fragend an.
Yogi Flop gehorcht anstandslos. Nach der letzten Figur gibt es plötzlich ein lautes saugendes Geräusch,
wie wenn man eine Packung Vakuumkaffee öffnet, und Yogi Flop verschwindet in einem grellen Lichtblitz. Ich lächele anerkennend. Der alte babylonische Zugangskode zum siebten H-Kreis.
So staken blau bis wo die Scham man sieht, Die schmerzenreichen Schatten in dem Eise; Die Zähne klapperten das Storchenlied.' Vielleicht habe ich Yogi Flop doch unterschätzt. Ob es ihm da unten allerdings gefallen wird, ist eine ganz andere Frage. |