BASTARD ASS ( I ) FROM HELL
von Florian Schiel
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T e i l 7 |
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B.A.f.H.
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Ich erledige die Post auf meine übliche Weise: Nach kurzem Durchblättern und nachdem ich sicher bin,
daß wirklich kein Scheck dabei ist, lasse ich den ganzen Packen locker in den Reißwolf fallen. In meiner Mailbox finde ich drei Beschwerden von Studenten, daß im PC-Labor ein Virus sein Unwesen treibe. Zur Abwechslung mal eine erfreuliche Nachricht aus dem PC-Labor! Seit Leonardo da Vinci hatten wir gar keinen Spaß mehr gehabt. Wahrscheinlich hat die schwarze Game-Diskette, die letzte Woche plötzlich auf meinem Schreibtisch lag,
doch ein Viruslein drauf gehabt. Ich hatte die Diskette stante pede ins PC-Labor hinübergelegt. Eine todsichere Methode um herauszufinden, ob ein Virus drauf ist oder nicht. Besser als jeder Virenscanner. Irgendein Idiot findet sich immer, der das Ding in einen PC steckt... Mein eigener Rechner ist, da er niemals unter DOS läuft (das überlasse ich dem Plebs) und ich prinzipiell keine keine Disketten verwende (was kann man schon in 1,4 MB speichern, frage ich?), relativ virensicher. Trotzdem gehe ich runter, um mir den Spaß anzuschauen. Zu meiner Überraschung verhält sich der
Virus aber ganz anders, als die Studenten es mir beschrieben haben. Schon während des Virusscans verschwindet
plötzlich mein Homedirectory mit allem, was darin war. Wie langweilig. Ich frage den Studenten neben mir, ob er auch Schwierigkeiten habe. Ich stehe auf und verkünde mit autoritärer Stimme:
Allgemeines Aufstöhnen der acht blassen Studenten, die schon seit Wochen an ihren geliebten PCs hängen, statt zu studieren. Ich grinse sardonisch-genüßlich.
Müdes Gegrinse und weiteres Stöhnen. Ich löse dem letzten Studenten mit sanfter Gewalt die verkrampften Finger von der Maus und schiebe ihn zur Türe hinaus. Dann verschließe ich sorgfältig das PC-Labor und hänge ein Schild an die Tür: 'Wegen Virenbefall bis auf Weiteres geschlossen' Das dürfte die lästige Betreuungsarbeit fürs PC-Labor in den kommenden Monaten auf ein Minimum reduzieren. Auf dem Weg zurück in mein Büro vernehme ich im Labortrakt ein gedämpftes Rumpeln. Ich lokalisiere
die Schallquelle nach einigem Suchen in unserem Tonstudio, genauer gesagt, im schalltoten Raum dahinter, dessen
mächtige Schallschutztüre geschlossen ist. Ich stülpe mir in der Regie die Kopfhörer über
und schalte den Monitor an - ein schwerer Fehler. Denn sofort pustet mir ein schlecht gehaltener Kammerton mit
120 dB fast beide Ohren weg. Ich reiße mir fluchend die Kopfhörer runter. Ich schiebe dem Ganzen einen Riegel vor - nicht den Posaunentönen selber, nur der Türe zum schalltoten
Raum - und schalte als fürsorglicher Angestellter vor dem Verlassen des Studios den Hauptstrom ab. Hat nicht
der Chef erst letzte Woche per Rundschreiben jeden ermahnt, daß die technischen Räume beim Verlassen
immer sorgfältig abzuschließen seien und daß vor allem darauf zu achten sei, daß der Strom
abgeschaltet werde? Kurz nach der Kaffeepause horche ich noch einmal ins Studio hinein.
Mariannes schrille Stimme dringt mühelos durch die 68 dB schallgedämmte Türe. Ich rechne kurz hoch, daß der Schalldruck im Inneren der Kabine bei ca. 115 dB liegen muß - ein durchaus rekordverdächtiger Wert. Wer hat gleich noch geschrieben, daß der Mensch nur in extremen Situationen zu Höchstleistungen fähig sei? Ich schiebe den Riegel zurück und reisse die schwere Tür auf.
"Tatsächlich", antworte ich sachlich und betrachte eingehend ihr Fast- Evas-Kostüm, bis
sie womöglich noch um einige Nuancen röter im Gesicht wird. "Äh... darf man fragen, was du
da drin eigentlich... Inzwischen haben sich, angelockt durch das Geschrei, einige Zaungäste in der offenen Studiotüre eingefunden, die die Szene interessiert verfolgen. Frau Bezelmann ist wie immer an vorderster Front dabei.
Es wird ihr gerade klar, daß ihre gegenwärtige Erscheinung eine hausbackene Posaunenübungsstunde
nicht sehr glaubwürdig klingen läßt. |